ZEITGENÖSSISCHE GRAFIK Radierung, Holzschnitt, Linolschnitt, Transfer
ANDREAS KRAMER
Casale ArtFarmGaia, Umbria
Im Mittelpunkt dieses Kurses stehen die klassischen grafischen Techniken Radierung, Holz- und Linolschnitt sowie relativ junge Techniken wie der Transfer.
Radiertechniken, die den Einsatz von Säure erfordern stehen nicht im Programm.
Im didaktischen Programm werden die einzelnen Techniken vorgestellt und erläutert.
Jeder Teilnehmer kann beständig frei zwischen zwei Optionen wählen:
alle beschriebenen Techniken kennen zu lernen oder sich auf eine der Techniken zu beschränken. Uns stehen zwei Druckpressen zur Verfügung.
Über die technischen Aspekte hinaus steht dieser Workshop auch für eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Ausdrucksweisen, Konzepten und Ideen.
Der gesamte Teil des Workshops beschränkt sich auf den ersten Teil des Tages. Der Nachmittag kann sowohl für die individuelle Arbeit in der Werkstatt als für Ausflüge an die reizvollste Orte Umbriens, von Perugia bis Assisi, genutzt werden
Am Ende des Workshops steht eine Ausstellung der in dieser Woche entstandenen Arbeiten.
Kurszeiten:
von Montag bis Freitag: 09.00 - 14.30 Uhr
Samstag: 09.00 - 12.30 Uhr
Werkstattzeit für individuelle Arbeit: Montag - Freitag 15.00 24.00 Uhr
Vernissage: Samstag, nachmittags
Materialien (bitte mitbringen):
Holzschnittmesser, Radiernadel
Papier für individuelle Projekte
Skizzenblock
Acrylfarben u./o. Ölfarben (Kadmiumgelb, kaltes und warmes Rot, Cyanblau, Ultramarin, Schwarz, Weiß und weitere Farben nach eigenem Wunsch und Ermessen)
Bleistifte
evt. Hozschnittplatten (5mm), Radierplatten (Kupfer)
Probepapiere und Druckfarben stehen zur Verfügung und sind in der kursgebühr enthalten. Holzschnittplatten (5mm) können vom Dozenten erworben werden.
GESCHICHTEN UND VORGESCHICHTEN
Zeichnung und Radierung
ANDREAS KRAMER
Workshop & Ausstellung
18.- 22. August 2008
Halle
Dies ist wahrscheinlich das ambitiöseste und eigenwilligste Programm des Jahresprogramms 2008:
Es geht um eine Reihe nicht ganz alltäglicher Begegnungen, mit Dingen und Personen, eine halbe Ewigkeit entfernt und doch ganz in der Nähe:
In Nebra, In Goseck, in der Radierwerkstatt von Rainer Rausch, in der Galerie 5ünf Sinne.
Die VORGESCHICHTEN stammen aus Nebra:
Die Himmelsscheibe von Nebra ist eine Metallplatte aus der Bronzezeit mit Goldapplikationen, die offenbar astronomische Phänomene und Symbole religiöser Themenkreise darstellt. Sie gilt als die weltweit älteste konkrete Himmelsdarstellung und als einer der wichtigsten archäologischen Funde aus dieser Epoche. Gefunden wurde sie am 4. Juli 1999 von Raubgräbern in einer Steinkammer auf dem Mittelberg nahe der Stadt Nebra (Unstrut) in Sachsen-Anhalt. Seit 2002 gehört sie zum Bestand des Landesmuseums für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt in Halle.
Die annähernd kreisrunde Platte hat einen Durchmesser von etwa 32 Zentimetern und eine Stärke von 4,5 Millimetern in der Mitte bzw. 1,7 Millimetern am Rand. Das Gewicht beträgt ca. 2 Kilogramm. Die Scheibe besteht aus Bronze, einer Legierung aus Kupfer und Zinn, deren Kupferanteil nachweislich vom Mitterberg bei Mühlbach am Hochkönig in den Ostalpen stammt. Die Applikationen aus unlegiertem Goldblech sind in Einlegetechnik gearbeitet und wurden mehrfach ergänzt und verändert. Aufgrund der Beifunde (Bronzeschwerter, zwei Beile, ein Meißel und Bruchstücke spiralförmiger Armreife) ist zu vermuten, dass sie etwa um 1600 v. Chr. vergraben wurde, ihr Herstellungsdatum wird auf 2100 bis 1700 v. Chr. geschätzt.
und Goseck:
Das Sonnenobservatorium von Goseck ist eine jungsteinzeitliche Ringgrabenanlage am nordwestlichen Ortsrand von Goseck (Burgenlandkreis) in Sachsen-Anhalt Sie wurde 1991 bei einem Erkundungsflug durch den Luftbildarchäologen Otto Braasch zufällig entdeckt. Die vor etwa 7.000 Jahren errichtete Anlage wird als das älteste Sonnenobservatorium der Welt bezeichnet.
Die Kreisgrabenanlage liegt auf einem Plateau oberhalb des Saaletals und besteht aus einem deutlich erkennbaren, annähernd kreisrunden Ringgraben von etwa 71 m Durchmesser. Es konnte ein flacher Erdwall rund um den Graben nachgewiesen werden. Die Anlage hat drei grabengesäumte Zugangswege, die nach Norden, Südwesten und Südosten ausgerichtet sind. Im Inneren befinden sich Spuren zweier konzentrischer Palisaden (ca. 56 und 49 m Durchmesser) mit gleich ausgerichteten, zum Zentrum hin schmaler werdenden Toren. Es konnte auf der Innenfläche keine weitere Bebauung festgestellt werden.
Nach Untersuchungen des Astroarchäologen Wolfhard Schlosser vom Astronomischen Institut der Ruhr-Universität Bochum, der früher schon die Bedeutung der Himmelsscheibe von Nebra erkannt hatte, sind die beiden südlichen Tore und Zugangswege vom Mittelpunkt der Anlage aus gesehen mit einer Genauigkeit von drei bis vier Tagen auf den Sonnenaufgang und -untergang zur Wintersonnenwende um 4800 v. Chr. ausgerichtet, das nördliche Tor weist annähernd genau auf den astronomischen Meridian, also nach Norden. Dass es sich um ein Observatorium zur Bestimmung der Wintersonnenwende handelt, gilt daher als wahrscheinlich. 2004 wurde eine weitere Visiereinrichtung im Palisadenzaun gefunden, die auch die Bestimmung der Sommersonnenwende erlaubte. Die Auswertungen Wolfhard Schlossers wurden dabei durch ein satellitengestütztes Messsystem auf GPS-Basis unterstützt. Im Unterschied zu anderen, schlechter erhaltenen mittelneolithischen Kreisgrabenanlagen sind die Visierlinien in Goseck außerordentlich präzise und ermöglichen die Berechnung und Beobachtung der Sonnenwenden über mehrere Tage in allen vier Punkten.
Wir werden am Anfang des Workshops die genannten Orten fahren und sehen welche Art Inspiration sich auf uns überträgt:
Die GESCHICHTEN entstehen daraufhin in Halle:
Zum Einen in der malerisch- zeichnerischen Auseinandersetzung in den Räumen der zum Atelier gewordenen Galerie 5ünf Sinne, zum Anderen in der Radierwerkstatt von Rainer Rausch. Wobei es hier nicht darum geht in wenigen Tagen schnelle Radierungen zu machen sondern vielmehr einmal ganz genau zuzusehn und ebenso direkt wie individuell von einem der erfahrensten Profidrucker Deutschlands zu lernen und sich von ihm während und nach dem Workshop eigene Auflagen drucken zu lassen.
Materialien (bitte mitbringen):
Bleistifte, Zeichenkreide, Tusche, Pastelle
Zeichenkarton, Skizzenblock
Evt. Acryl- und Aquarellfarben
fertige Radierplatten
Radiernadeln
neue Radierplatten und Druckpapiere können vor Ort erworben werden
Workshopzeiten jeweils von 10.00 18.00 Uhr
Vernissage: Freitag, 22.August, 19.00 Uhr
Anzahl der Teilnehmer: 6-13
Unterrichtssprache : Deutsch, Italienisch
Kursgebühr: 270 € / 230 € (bei Anmeldung bis zum 18. Mai 2008)
Ankunft : 17. August
Rückfahrt : 23.August
Unterkunft: B&B, Pensionen und Hotels in Halle vermittelt durch den Kursleiter
(ab 30 € pro Person und Nacht im Einzelzimmer
ab 20 € pro Person und Nacht im Doppelzimmer)
Anmeldung und weitere Informationen:
Andreas Kramer, Raabestr.1, 10405 Berlin
Tel. 030 4425733
akramay@gmx.net
www.akramay.net
Eine frühzeitige Anmeldung wird unbedingt empfohlen!
Bitte teilen Sie mir ihr Interesse für dieses Programm so früh wie möglich mit!
weitere Informationen: Andreas Kramer, Raabestr.1, 10405 Berlin
Halle
18.- 22. August 2008
Preis
270 € / 230 € (bei Anmeldung bis zum 18. Mai 2008)